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10. Ecosystem Service Partnership Konferenz, 21.-25.10.2019, Hannover

Vortrag Weltklimarat/IPCC zu "Neg. CO2-Emissionen", 13.8.2019, 14:30 Uhr

„Negative Emissionen“ als klimapolitische Herausforderung Hörsaal des Königlichen Pferdestalls (Geb. 3440, Appelstraße)

„Negative Emissionen“ als klimapolitische Herausforderung, Dr. Geden, Abstract:

Das Pariser Klimaabkommen hat zum Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Nach Auffassung des Weltklimarats (IPCC) sind diese globalen Ziele mit konventionellen Klimaschutzmaßnahmen allein nicht zu erreichen. Der IPCC geht davon aus, dass über Emissionsreduktionen hinaus auch Technologieoptionen unvermeidlich werden, mit denen der Atmosphäre netto Treibhausgase entzogen werden können. Im Mittelpunkt der klimaökonomischen Modellierung steht dabei die Kombination aus verstärktem Bioenergie-Einsatz sowie Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid, es ist jedoch auch eine Vielzahl anderer Methoden denkbar, von großflächigen Aufforstungsprogrammen über die Erzeugung von Pflanzenkohle bis hin zur geologischen Speicherung von aus der Luft gefiltertem CO2. Bislang hat die Klimapolitik die Notwendigkeit der Kohlendioxid-Entnahme aus der Atmosphäre weitgehend ignoriert. Die Auseinandersetzung über zugrundeliegende Modellannahmen, Potentiale und Risiken denkbarer Technologieoptionen sowie deren politische Implikationen steht noch ganz am Anfang.  Befördert wird diese Auseinandersetzung in jüngerer Zeit jedoch durch die Debatte über „Klimaneutralitätsziele“, in deren Kontext residuale Emissionen (etwa aus der Landwirtschaft oder dem Luftverkehr) mittels CO2-Entnahme-Methoden kompensiert werden müssen. Wird langfristig am Pariser Temperaturziel von 1,5-2 Grad festgehalten, werden sich klimapolitische Vorreiter jedoch früher oder später mit einer heute noch paradox anmutenden Forderung konfrontiert sehen - nämlich nationale, regionale und sektorale, Emissionsminderungsziele von weit mehr als 100 Prozent zu beschließen.  

Gastredner Herr Dr. Geden ist einer der Leitautoren des in Arbeit befindlichen 6. IPCC-Sachstandsberichts und befasst sich u.a. mit dem Thema negative CO2-Emissionen. Herr Geden ist Politikwissenschaftler und arbeitet unter anderem für die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

Falls Sie Interesse an dem Thema haben, möchten wir Sie ganz herzlich an 13.08. in den Hörsaal des Königlichen Pferdestalls (Geb. 3440, Appelstraße) einladen.